Wiesbaden - Ein Gastroportrait

Freitag, 12.06.2015

Wiesbaden - Ein Gastroportrait
Das Kurhaus Wiesbaden - perfekter Rahmen für mondäne Galas und Events


Pulsierend und sprudelnd, nicht nur dank der 15 Thermal- und Mineralquellen, präsentiert sich Hessens lebensfrohe Landeshauptstadt. Einst Weltkurstadt und geschätzter Badeort des europäischen Adels, besticht die mit rund 280.000 Einwohnern kleine Großstadt heute weiterhin mit Eleganz und einem hohen Genusspotenzial. 

Die führenden Weinregionen Rheingau und Rheinhessen sind Nachbarn und die hessische Apfelweinkultur pflegt mit kulinarischen Angeboten aller Herren Länder ein einträgliches, bekömmliches Miteinander.


Die Landeshauptstadt an Rhein und Main gehört zu den zehn wohlhabendsten Stadtkreisen Deutschlands. Die nahegelegene Messestadt Frankfurt mit dem internationalen Flughafen, aber auch eigene große Veranstaltungen geschäftlicher und kultureller Ausprägung führen gleichermaßen Geschäftsleute und Touristen hierher. Mit ihren Parks und beeindruckenden Villen im Baustil von Historismus, Klassizismus und Jugendstil präsentiert die Stadt ein elegantes Äußeres. Die inneren Werte liegen in der herzlichen hessischen Gastfreundschaft und Gastgebern, die gelernt haben, eine anspruchsvolle internationale Klientel zu verwöhnen.



In Wiesbaden kommt einiges an Erfolgsfaktoren für einen prosperierenden Standort zusammen: die nicht nur idyllische, sondern auch zentrale, bestens erreichbare Lage, eine gewachsene Infrastruktur, eine starke Wirtschaftskraft und nicht zuletzt eine hohe Lebensqualität. Das alles hat Wiesbaden zu einer hessischen Perle von internationalem Ruf gemacht. Ihr Glanz wird durch das Bewahren von Bewährtem und das Erneuern von Überholtem stetig kundig poliert. Namhafte Marken (z.B. Henkell), moderne Dienstleistungsunternehmen und Weltmarktführer (Kion Group, Kalle GmbH, Contrac cobus) sowie internationale Dependancen (Abbot, SGL Carbon, Dow Corning) prägen das Wirtschaftsleben. Die meisten Arbeitsplätze bieten Finanz- und Versicherungsunternehmen, auch aufgrund der Nähe zum Finanzplatz Frankfurt, gefolgt von Unternehmensberatungen und IT-Unternehmen. Aber auch Gastgewerbe und Hotellerie sind starke Arbeitgeber.


Schloss BiebrichDas gesellschaftliche und kulturelle Leben ist ebenso bunt und abwechslungsreich. Wiesbaden verfügt über einzigartige Locations für Messen, Kongresse und Events. So kommt es, dass Künstler von Weltruf anlässlich der zahlreichen Festivals und Festspiele ihren Weg auf eine der vielen Wiesbadener Bühnen finden. Ambitionierte Sportler finden sich hier ein, die beispielsweise beim Ironman Germany dabei sein wollen. Motorsportfreunde, Stars und Sternchen sowie Repräsentanten europäischer Monarchien besuchen gesellschaftliche Höhepunkte wie den Ball des Sports, Fachbesucher von Messen und Kongressen, viele im medizinischen Bereich – einige Events haben jahrzehntelange Tradition, andere kommen und gehen, Anlässe für einen Besuch in Wiesbaden gibt es das ganze Jahr über – und Gastgeber, die für jeden Gast das richtige Angebot haben.

Im Jahr 2014 hat Wiesbaden über eine Million Übernachtungsgäste empfangen, wovon etwa ein Viertel aus dem Ausland kam. Die stärksten Herkunftsländer sind die USA, Großbritannien mit Nordi land, Russland, die Schweiz, Österreich, die Niederlande sowie die Volksrepublik China mit Hongkong. Darauf bestens eingestellt sind in Wiesbaden 106 Hotels, Gasthöfe und Pensionen sowie 1.182 Gastronomie-Betriebe, die sich über die 20 Vororte und vor allem in den sechs Bezirken der Innenstadt gut aufgestellt haben. In der Wiesbadener Altstadt schlägt das gastfreundliche Herz mit einer großen Vielfalt multinationaler Angebote und Übernachtungsmöglichkeiten. Man findet Hotelbetriebe von einem Stern bis in den Fünf-Sterne-Bereich, privat geführte (z.B. Town Hotel) und Kettenhotellerie (Motel One, B&B), wobei die meisten Häuser bei vier Sternen liegen. Das Hotel Nassauer Hof markiert die Spitze. Es gehört zu den Leading Hotels of the world und beherbergte schon Prominenz wie den Dalai Lama, Könige, Sportgrößen und Schauspieler. Der zu Radisson Blue gehörende Schwarze Bock ist das älteste Grandhotel Europas.

Im grünen Nordosten Wiesbadens mit seinen beliebten Wohngebieten und landwirtschaftlicher Prägung dominiert kulinarisch gesehen Hessens Apfelweinkompetenz. Auf der anderen Seite, im ebenso grünen Südwesten der Stadt, prägen die ersten Rheingau-Weingüter und Obstplantagen das Bild. Dazwischen liegt die kleine Mondäne, die, gastlich betrachtet, das Beste aus diesen beiden Welten mit Einflüssen aus der großen weiten Welt verbindet.

Wiesbadens Gastronomie ist von großer Individualität geprägt, auch wenn die Systemgastronomie hier wie überall auf dem Vormarsch ist. Der guten Arbeit, welche Franchisenehmer hier machen, muss man neidlos Respekt zollen. Wo, wie bei Vapiano oder im Coyote Cafe, das Konzept und die Umsetzung stimmen, stellt sich der verdiente Erfolg ein. Für den Tourismus ist eine vielfältige Gastronomie von größter Bedeutung, denn fehlt ein entsprechendes Angebot, lässt sich eine Stadt touristisch schwer vermarkten. Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Marketing GmbH, weiß: „Die Internationalität der Gäste spiegelt sich auch im gastronomischen Angebot der Stadt wider. In Wiesbaden können kulinarische Köstlichkeiten aus nahezu allen Teilen der Welt verkostet werden, ohne dass dabei für die Region typische Spezialitäten zu kurz kommen. In Wiesbaden kommt der Feinschmecker ebenso zu seinem Vergnügen wie der Liebhaber eines herzhaften Handkäs mit Musik. Wiesbaden- Besucher erwarten und suchen Originalität und Exklusivität und sie finden beides sowohl in preisgekrönten Gourmet-Restaurants und gepflegten Bars.“ Apfelwein verschiedener regionaler Keltereien sowie Weine und Sekte aus der Region haben in Wiesbaden auf jeder Getränkekarte ihren Platz. „Viele Gastronomen haben allerdings ihre eigenen Winzer“, sagt Getränkefachgroßhändlerin Frauke Kappesser, Inhaberin von Getränke Schneider in Wiesbaden-Frauenstein. „Von uns kommen zusätzlich die Weine aus dem Ausland.“ Als Wiesbadenerin kann sie zig feine Adressen für den Genuss von Wein- und Apfelwein empfehlen, die hier den Rahmen sprengen würden. Die Stadt und ihre Region ist für sie „einfach wunderbar!“.

Der Kochbrunnen - bekannteste Thermalquelle der StadtGutbürgerliche deutsche und hessische Küche findet man in Wiesbaden von einfach bis anspruchsvoll. Beliebte und individuelle Konzepte sind zum Beispiel das 150 Jahre alte Bobbeschänkelsche, die szenigen Lokale Lumen und i-Punkt (beide Restaurant, Café und Bar mit Live-Musik), das traditionelle Kaminlokal Weber’s Wikinger oder das Weinhaus Kögler, das älteste Weinlokal der Stadt. Traditionelle Kaffeehauskultur in bester Konditorentradition seit dem 19. Jahrhundert lebt zum Beispiel in den zentral gelegenen Häusern Café Blum und Maldaner. Cocktail-Kompetenz findet man unter anderem in den Bars Cantina Imperial und Manoamano. Fein geht es zu in Käfer’s Bistro im Kurhaus Wiesbaden mit großer Außenterrasse zur Grünfläche Bowling Green oder im Gourmet- Restaurant Ente im Nassauer Hof. Außerhalb der Innenstadt finden sich verschiedene gastliche Ausflugslokale wie die Hubertushütte, der Gasthof Jagdschloss Platte, die Hostellerie Landhaus Diedert und Gollner’s Burg Sonnenberg. Musik und Party findet man beispielsweise im Park Café oder der Cuban Bar. Rustikale Kneipen und Weinstuben gibt es natürlich auch, zum Beispiel die Litfaß Säule, den Eimer oder Zum Kortheuer. Beispiele für das große Angebot an internationaler Küche sind Les Deux Dienstbach mit rustikaler französischer Küche in einer ehemaligen Apotheke sowie in unmittelbarer Nachbarschaft das ebenfalls französische Lokal Maloiseau, der Thailänder Erawan und Harput in der Wellritzstraße (orientalisch) oder die italienische Osteria Enoteca Cultivino. Diese Aufzählung ließe sich auf weitere zwei Heftseiten verlängern, denn von Asien bis Südamerika sind hier viele exotische Länderküchen fußläufig zu entdecken, die mit Authentizität und großem Engagement der Betreiber punkten. Ein rundes Angebot. Eine große Rolle spielen die Feste in und um Wiesbaden. „Das Wilhelmstraßenfest ist ein Straßenfest der Superlative“, betont Matthias Gerber, Vorsitzender im DEHOGA Kreisverband Wiesbaden. „Und wenn Sie beim Weinfest einen Sitzplatz ergattern wollen, sollten Sie diesen vorher buchen.“ Insgesamt sei in Wiesbadens Gastronomie sehr viel „Premium“. Interessanterweise haben alle Gastronomen, mit denen wir gesprochen haben, deutlich gemacht, dass es durchaus noch „Luft nach oben“ gibt. Will heißen: Für professionelle, eindeutig positionierte Gastronomie ist hier noch Platz. Neue Trends wie Gutbürgerliches in Bio-Qualität bieten gute Chancen. Und abends könnte auch noch mehr los sein. In Wiesbaden muss man nicht lange suchen, um gastronomisches Können aufzuspüren. 

Duftig oder fein zum (Apfel-) Wein: Wiesbadens Klassiker der hessischen Küche

•Wurst heißt „Worscht“ und existiert hier in großer, feiner Vielfalt, z.B. als „Ahle Worscht“ (ahl=alt=lange
  gereift) oder die Frankfurter Rindswurst
• Käse, z.B. als „Handkäs mit Musik“ (Sauermilchkäse in einer Marinade aus Essig, Öl, Zwiebeln und Kümmel,
  dazu Brot und Butter) oder „Spundekäs“ (Frischkäse, Butter, Quark, Paprikagewürz, Zwiebeln, dazu
  Laugengebäck)
• Grüne Soße, hessisch „Grie Soß“, besteht aus den Kräutern Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle,
  Sauerampfer sowie Schnittlauch und wird gern zu Fleisch, aber auch zu Kartoffeln und gekochten Eiern
  gereicht
• „Beulches“ sind würzige, im Säckchen gekochte Kartoffelklöße, gern mit Apfelwein- oder Zwiebelsoße serviert
• Zum Nachtisch: Kirschenmichel, ein Auflauf aus (altbackenen) Brötchen, Butter, Milch, Ei und Kirschen

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