Hannover - Ein Gastroportrait

Dienstag, 05.05.2015

Die Landeshauptstadt Niedersachsens ist gelernter Gastgeber für die Welt. Viele renommierte Messen, darunter die Leitmessen CeBIT und Hannover Messe, ziehen jährlich das internationale Fachpublikum in die Stadt an der Leine. Das Selbstverständnis, ein multikultureller Standort zu sein, lebt auch in der vielseitigen, kreativen Gastronomie.


Skyline von HannoverRund eine halbe Million Einwohner hat die zentral gelegene Industrie- und Messestadt in der Mitte Europas, die gesamte Region kommt auf etwa 1,1 Millionen. Ausgedehnte Wald-, Grün- und Wasserflächen prägen das Lebensgefühl der im zweiten Weltkrieg fast komplett dem Erdboden gleichgemachten Stadt ebenso wie urbane Shopping-Möglichkeiten in populären Einkaufsstraßen und ein breites Kunst-, Kultur- und kulinarisches Angebot. Ein vernarbter Kriegsveteran, als Messestandort in Deutschland ungeschlagen und eine quicklebendige Stadt und Region, in der man es sich gut gehen lassen kann.


Die Region Hannover mit einer Fläche von 2.291 Quadratkilometern zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Lebensqualität aus. Sie verbindet den hohen Grünflächenanteil mit guten Einkaufsmöglichkeiten auf kurzen Wegen, ein quirliges Club- und Nachtleben sowie eine vielseitige Restaurantszene mit Naherholungsgebieten vor der Haustür. Der Maschsee mitten in der Stadt, der ca. 640 ha großeStadtwald Eilenriede, das neue Rathaus mit seiner Aussichtsplattform der Kuppelgalerie, eine pittoresque kleine Altstadt, die Nana-Skulpturen der Künstlerin Niki de Saint Phalle, das Programm der Oper, sehenswerte Ausstellungen in Museen, eine Markthalle, die jeden Wunsch erfüllt, sowie die Herrenhäuser Gärten und Schloss Herrenhausen erfreuen in Hannover Einheimische wie Touristen. Hannover ist aber auch die deutsche Messestadt. Die Deutsche Messe AG als führende deutsche Messegesellschaft verfügt hier über das größte Messegelände der Welt und realisiert weltweit rund 100 Messen jährlich, davon 56 in Deutschland mit 2,1 Millionen Besuchern (2013). 

Rathaus am Maschteich
Hannovers repräsentatives Rathaus am Maschteich

In Hannover haben verschiedene weltweit bekannte Industriebetriebe ihren Sitz, zum Beispiel Varta, VW Nutzfahrzeuge und Continental. Zudem ist Hannover heute eine Stadt mit ausgeprägtem Dienstleistungssektor (TUI, Hannover Rück) und ein renommierter Universitätsstandort (Leibniz Universität). Nicht zuletzt ist Hannover ein guter Gastgeber mit einem breiten Angebot. Laut IHK sind in der Stadt Hannover 2.097 Unternehmen im Gastgewerbe registriert, davon 1.889 im Gastronomiebereich und 208 für Beherbergung. Nicht nur Feinschmecker können in Hannover auf kulinarische Weltreise gehen. Spezialitätenrestaurants, rustikale Kneipen und Gasthöfe, charmante Bistros, Müttercafés mit Krabbelecke, stilvolle Bars – die gastronomische Bandbreite bietet für jeden Geschmack, Bedarf und jeden Geldbeutel etwas. Einheimische freuen sich darüber, dass es im ganzen Stadtgebiet und im Umkreis überall ansprechende Angebote gibt.


Nicht nur in hannoverschen Kult-Stadtteilen wie dem hipp-alternativen Linden (z.B. Restaurants 11A, Pfannkuchenhaus, Café Safran), der universitätsnahen Nordstadt (z.B. Restaurants Marani, Spätzlehaus, Cheers) oder der Lister Meile mit ihren Weinlokalen und Gastgeber- Persönlichkeiten wie Ekkehard Reimann (u.a. Clichy, Reimann’s Eck) und dem griechischen Restaurant mit Weinbar Anesis. Zur nächsten Kneipe, Bar oder ins nächste Restaurant von A wie afghanisch bis Z wie zypriotisch ist es selten weit. „Hier geht man gern aus. Die Einheimischen sind bevorzugt in ihrem Stadtteil unterwegs“, bestätigt Kirsten Jordan, Geschäftsführerin DEHOGA Stadt und Region Hannover. „Zudem spült das Messegeschäft viele Geschäftsreisende aus aller Welt an, die nur für kurze Zeit in Hannover bleiben. Auch sie können sich auf eine vielseitige, omnipräsente und immer wieder neue Küche unserer kreativen Küchenchefs freuen. Aktuelle Trends wie vegane oder vegetarische Küche werden hier schnell und frisch umgesetzt, auch von alt einges ssenen Restaurants. Klein, fein, frisch und Slowfood sind ebenso schöne Trends, welche die Gäste gut annehmen“, erläutert Kirsten Jordan die Vielfalt. Eine innovative Restaurant- und Bar-Szene belebt auch die Innestadt außerhalb der Ladenöffnungszeiten (6 Sinne Skybar & Restaurant, Hugo’s Lifestyle Bar & Restaurant im Ernst- August-Carrée, Lucky 7).

Hannovers Klassiker der traditionellen niedersächsischen Küche

 Grünkohl mit Bregenwurst (rohe od. leicht geräucherte Mettwurst)
 Calenberger Pfannenschlag (gebratene Grützwurst)
 Steinhuder Aal
 Welfenspeise (Milch-Vanillecreme, darüber eine Schicht Weincreme)
 Spargel aus Burgdorf und Nienburg
  
Aktuelle Gastro-Trends in Hannover

 Kleine, feine, frische, authentische
   Individualkonzepte sind im Kommen

 Trends wie bio, vegan und vegetarisch
   werden flexibel umgesetzt
 Junge Szene begünstigt
   variantenreiche Systemgastronomie

 

Unübersehbar kommt das gestiegene Bewusstsein für frisches Regionales in vielen Restaurants zum Ausdruck. Was nahe liegt, denn Hannover ist praktisch vom Gemüseanbau umgeben. Gleichzeitig nimmt die Systemgastronomie mehr Raum ein, auch wenn Hannover langeIndividualkonzepten den Vorrang gegeben hat. „Die Systemgastronomie mit ihrem bequemen, schnellen undverlässlichen Angebot spricht vor allem jüngere Leute an“, so Kirsten Jordan. Vapiano, Cafe & Bar Celona, CaféExtrablatt, Starbucks, Subways und L’Osteria haben in den letzten Jahren erfolgreich in Hannover Fuß gefasst.

Fest in den Gärten am Herrenhäuser SchlossHannover ist eine Stadt der Feste und der Festivals. Traditionsreiche Großveranstaltungen wie das Maschseefest rund um den 2,4 Kilometer langen und an der breitesten Stelle 530 Meter breiten Maschsee südlich des Stadtzentrums, das größte Schützenfest der Welt oder der internationale Feuerwerkswettbewerb schreiben Hannover über die Grenzen Niedersachsens hinaus auf die Reise-Wunschliste. Lokal von großer Bedeutung sind viele seit Jahren immer wieder gern gefeierte Festival-Klassiker, auf deren Popularität nicht zuletzt die Kulissen des Maschsees, des Zoos, des Leine-Ufers, der malerischen kleinen Altstadt oder des Kleinods barocker Gartenkunst, der Herrenhäuser Gärten, einzahlen. Dazu gehören Hannovers kleines Woodstock, das Fährmannsfest (Anfang August), die KunstFestSpiele Herrenhausen (Juni und September) oder das Festival Klassik in der Altstadt (Juli).

Auch Gastronomie-Betreiber bringen ihre Kompetenz gern über Veranstaltungen auf die Straße. Das Hannoversche Bierfest ist ein gutes Beispiel dafür. Unter schönen Pagodenzelten wird Biervielfalt zelebriert. Spannende Spezialitäten vom Pils über Ales und IPA’s, Gourmet- und Craftbiere, dazu passende Speisen und Musik – das Szene-Lokal GiG Linden ist der kreative Gastgeber, der zum Bierfest seine Gäste an der mit 50 Metern längsten Theke Norddeutschlands bewirtet. Ein weiteres Beispiel liefert das Bermuda Dreieck Nordstadt, eine Interessengemeinschaft von sechs Wirten, die unter anderem die „Lange Nacht der Kneipen“ im Dreieck Schaufelder Straße/ Callinstraße/Rehbockstraße veranstalten. Der wohl wichtigste und größte Klassiker unter den Gastronomie- Initiativen ist der Marketing-Verbund der Genussmacher, eine Gemeinschaft von über zwanzig Gastronomen, die rund ums Jahr immer wieder neue Aktivitäten realisieren - vom Spargelwettschälen für Oberbürgermeister- Kandidaten über das sehr populäre „Menühopping“ bis zur Gewürzstraße im Rahmen der Geschmackstage. Bei dieser vom DEHOGA unterstützten Initiative „macht jeder, was er am besten kann“, betont Kirsten Jordan. „Das gemeinsame Ziel: Den Gästen Genuss bereiten.“

Ein gutes Stichwort für unseren Ausflug zu einigen Gastgebern. Wir haben in der Stadt das Hotel und Restaurant mit dem schönsten Maschsee-Blick besucht sowie einen angesagten Hip Hop-Club, in dem wochenends die Nacht zum Tag wird. Wir sind hinausgefahren zu einem beliebten Landgasthof in Ronnenberg, zu dem die Gäste wegen der authentisch italienischen Küche und der Lage im Grünen pilgern, und zu einem der besten Restaurant-Mittagstisch-Feier-Kegelbahn-Allrounder, der nicht nur das Industriegebiet in seiner Nachbarschaft gekonnt verköstigt. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind erfolgreich und denken nicht daran, sich darauf auszuruhen.

 

Top-Events der Stadt

• Anfang Juli: das größte Schützenfest der Welt mit über eine Million Besuchern in zehn Tagen. Traditionelle
   Getränke sind das Hannoversche Fest-Bier vom Brauhaus Ernst-August und die Lüttje Lage (Schankbier und
   Kornbrand

• Ende Juli bis Mitte August: Maschseefest mit über zwei Millionen Besichern in drei Wochen.
   Veranstaltungsschwerpunkte sind z.B. das Nordufer mit gastronomischen Angeboten, viel Musik und Kunst

• Fünf Abende zwischen Mai und September: internationaler Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser
   Gärten. Hier treten die weltweit besten Pyrotechniker gegeneinander an, dazu Rahmenprogramm mit
   Gastronomie, Kleinkunst und Musik.

• Zahlreiche Musikveranstaltungen wie die Fête de la Musique, Enercity Swinging Hannover, Masala Welt-Beat
   Festival und die A-Cappella-Woche









 

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